Ein Artikel von: Stan Wanta
In der Unterhaltungsindustrie hat das MP3 Surround Format sich bereits etablieren können. Anwendungen findet dieses Format bereits in einigen Medien. Um im Besonderen für die Musik- und Videoindustrie. Welche Firmen ihr Interesse für das neue Format gezeigt haben und wie man selbst MP3 Surround-Sound testen kann, behandelt dieser Artikel.
Während der CeBIT 2005 konnte man am Stand der MEDION AG den MP3-Surround-Sound testen. Auf dem Downloadportal „medionmusic“ der MEDION AG sind bereits einige Dateien in MP3 Surround verfügbar. Martina Effmert, Direktor Marketing und Kooperation der MEDION AG: „MP3 Surround schafft ein ganz neues Hörerlebnis. Medionmusic legt großen Wert auf eine gute Klangqualität und bietet bereits alle MP3 Songs mit 192 kBit/s an. Jetzt freuen wir uns ganz besonders, unseren Kunden durch die Kooperation mit dem Fraunhofer IIS ein zusätzliches Upgrade in Sachen Klangqualität bieten zu können.“[1]
Weiterhin könnten zahlreiche Internet-Radios mit minimalem Mehraufwand statt Stereo- zukünftig Multikanalmaterial senden. Mit Hilfe zukünftiger MP3-Surround-Lösungen könnten Hörer vom vollen Surround-Sound profitieren. Der Internethörer mit einer herkömmlichen Stereo-Anlage würde dabei keinen Unterschied bemerken, da der Decoder aus der MP3-Sourround-Datei einen optimalen Stereodownmix errechnet. "Die MP3-Fans haben sich schon seit längerer Zeit eine Möglichkeit für persönlichen Multikanal-Sound gewünscht. Genau dies leistet MP3 Surround - und das bei erstaunlich niedrigen Datenraten", erklärt Dr. Jürgen Herre, leitender Wissenschaftler für den Bereich Audio & Multimedia am Fraunhofer IIS in Erlangen.[2]
In der Videoindustrie kam es zu einer strategischen Allianz zwischen DivXNetworks Inc., dem Fraunhofer-Institut und Thomson. Es wurde beabsichtigt, die jüngsten DivX-Videoprodukte mit MP3 und MP3 Surround Funktionalität so schnell wie möglich zu verbreiten. Das bedeutete, dass DivXNetworks die Audioformate MP3 und MP3 Surround in ihre Soft- und Hardwareprodukte integrierten. Die folgenden Generation DivX-zertifizierter DVD-Spieler wurden mit neuen Codecs serienmäßig ausgestattet, um das DivX-Format mit integriertem MP3- bzw. MP3-Surround-Sound wiedergeben zu können. Neben der Einbindung von MP3 Surround, der Verbesserung von Kompression, Geschwindigkeit und Bildqualität hat DivX 6 erstmals auch das neue DivX Media Format eingeführt. Statt „avi“ wird künftig „divx“ die Dateiendung der Files sein. Mit der neuen Version sind außerdem eine Kapitelauswahl, mehrere Tonspuren und Untertitel in verschiedenen Sprachen möglich.[3] „Die Aufnahme von MP3 Surround in das DivX-Media-Format hat den Nutzen des Formats um einen wichtigen Punkt, den Surround-Sound, erhöht…“ kommentierte Jordan Greenhall, CEO und Mitbegründer von DivXNetworks. „Das Ergebnis dieses Vertrags bietet sowohl den Herstellern von Endgeräten als auch den Anbietern von Filmen einen wesentlichen Wettbewerbsvorteil.“[4]
MP3 Surround erstellen und testen
Zur Erstellung einer MP3 Surround-Datei benötigt man eine vorliegende sechskanalige WAV-Datei (lineares PCM mit 44,1 oder 48 kHz Samplingrate) und das „Fraunhofer IIS MP3 Encoder/Decoder Package“. Dieser MP3 Surround Encoder/Decoder wird als Evalutionssoftware (Version 1.0.1) für Windows 2000, Windows XP oder Mac OS X zum Download bereitgestellt. Die Software dient lediglich zur Demonstration der neuen Technologie und ist nur für den privaten/nicht-kommerziellen Gebrauch vorgesehen.
MP3 Surround Encoder - MP3 Surround Player
Zu Testzwecken genügt ein handelsüblicher PC mit einer Multikanal-Soundkarte sowie ein daran angeschlossenes 5.1-Lautsprechersystem. Per Drag & Drop wird eine sechskanalige WAV-Datei in den MP3 Surround Encoder importiert. Der Encoder erzeugt den 5.1-Sound im MP3 Surround-Format mit einer festen Bitrate von 192 kBit/s. Mittels dem MP3 Surround Player kann die erzeugte Datei wiedergegeben werden.
Auf der Downloadseite der Evalutionssoftware befinden sich zusätzlich neben einer sechskanaligen WAV-Datei zum Test-Encoding mehrere MP3 Surround-Demosongs sowie ein kostenfreies Plug-In für den WinAmp-Player. Nach der Installation können auch hiermit MP3 Surround-Dateien abgespielt werden. Für die eigene Produktion von mehrkanaligen Dateien im WAV-Format sind umfassendere Soft- und/oder Hardwareprodukte und Kenntnisse über das Produktionsverfahren notwendig. Darauf im Detail einzugehen, würde an dieser Stelle den Rahmen überziehen.
Mehrkanal-Encoder in Adobe Audition 1.5
Will man sich am heimischen PC an der Mehrkanal-Produktion versuchen, benötigt man einen leistungsfähigen PC mit einer Mehrkanal-Soundkarte, spezielle Treiber sowie kostenintensive Audiosoftware mit Mehrkanal-Encoder. Als Beispiel ist in der linken Abbildung ein Mehrkanal-Encoder der Audiosoftware „Adobe Audition 1.5“ dargestellt. Die Aufgabe dieses Encoders ist die Zuweisung der einzelnen Spuren eines Soundmixes im Surroundfeld. Als Endergebnis liefert der Encoder eine sechskanalige WAV-Datei, die zur MP3 Surround-Encodierung verwendet werden kann.
Wer Interesse hat, die neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet „MP3 Surround“ zu verfolgen, kann auf den Webseiten der Fraunhofer Gesellschaft vorbeischauen. Viel Spaß beim ausprobieren!
Quellenangaben und weitere Informationen zum Thema:
- Quelle [1]: Pressemitteilung des Informationsdienstes Wissenschaft
- Quelle [2]: Pressemitteilung des Fraunhofer Institutes
- Quelle [3]: Pressemitteilung auf www.netzwelt.de
- Quelle [4]: Pressemitteilung auf www.proaudio.de
- Fraunhofer IIS MP3 Surround Evaluierungssoftware 1.0
- Produktbeschreibung Adobe Audition 1.5
- DivX 6
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