Medienkommunikation Leipzig

Interpersonelle und öffentliche Kommunikation im Wandel der Zeit

(Teil 1)

Ein Artikel von: Sören Schmidt

1. Einleitung

Interpersonelle und öffentliche Medienkommunikation ist mehr und mehr Bestandteil unseres täglichen Lebens. Bei dem Abruf einer E-Mail, dem Versenden einer SMS, bei dem gemeinsamen Chatten mit Freunden und bei dem Besuch des Lieblingsforums im Internet greifen wir auf die Errungenschaften einer technischen Entwicklung zurück, die vor 20 Jahren in ihrer heutigen Form undenkbar waren. Noch unsere Urgroßeltern verständigten sich über ein Kommunikationsspektrum, welches nicht weit über das geschriebene Wort und der mündlichen Verständigung hinaus definierbar schien.

Die Verbreitungsgeschwindigkeit, mit der sich "das Wort" unter die Menschen mengte, wurde von sehr vielen Faktoren, im Besonderen von der Entfernung zwischen Sender und Empfänger bestimmt. Nach der kommerziellen Nutzung des Hörfunks und später des Fernsehens wurde unter anderem dieser Faktor seiner Bedeutung enthoben und ein wichtiger Schritt in die Richtung der heutigen Medienkommunikation unternommen. Diese entkoppelt sich vollständig von der Dimension der Zeit, des Ortes und der Übertragungsdauer der zu übermittelnden Information. Da Zeit und Ort in diesem Kontext heute nicht mehr klar definierbar sind, ergeben sich daraus zwangsläufig Veränderungen der Kommunikation - bezogen auf die unserer Urgroßeltern. Welche besonderen Auswirkungen hat das auf die heutige interpersonelle und öffentliche Medienkommunikation? Dies soll hier im Weiteren näher erläutert werden, wobei jedoch zu Beginn die Beleuchtung einiger Grundlagen für das allgemeine Verständnis der später nachfolgenden Thematik vorrangig ist.

2. Grundlagen und Begriffserklärung

2.1 Interpersonelle Kommunikation

Interpersonelle Kommunikation kann so verstanden werden, dass sie, vom Grundkonzept betrachtet, an die physische Anwesenheit der Beteiligten gebunden ist.

"The dominant concept of interpersonal communication holds, that it occurs when two or three persons interact face-to-face. Giving such circumstances, it follows that feedback (the reaction of the communicator to another) is immediately available, that most of the senses (seeing, hearing, touching, smelling, tasting) can be used, and that no mechanical devices (public address system, telephone, television camera) seperate the communicators."1

Die interpersonelle Kommunikation hat einen hohen Wirkungsgrad in Bezug auf das Verständnis, dass sie glaubwürdiger erscheint, als zum Beispiel Kommunikation über Dritte. Auch aufgrund der schon als Kind erlernten Verhaltensregeln des Menschen ist es schwieriger, sich dieser direkten Kommunikation zu entziehen2, 3. Bezüglich der Verwendung eines technischen Mediums bei der Informationsübertragung, in diesem Fall ein Telefon, beschreibt Joachim Höflich, dass sich bei technisch vermittelter interpersoneller Kommunikation Regeln und Gebrauchsweisen etabliert haben, die das Telefon zu einem Medium der Nahraumkommunikation und kommunikationstechnisch verlängerter vorgängiger Sozialkontakte machen."4

In der heutigen Zeit ist jedoch nicht nur das Telefon in der Lage, ohne zeitliche Verzögerung direkt zwischen zwei Individuen oder einer Gruppe von Menschen mündlich und interaktiv Information auszutauschen. Deshalb beziehen sich die folgenden Abhandlungen vorrangig auf die technisch vermittelte  interpersonelle Kommunikation.

2.2 Öffentliche Kommunikation

Hingegen bezieht sich öffentliche Kommunikation nicht auf die interpersonelle oder private Kommunikation, sondern auf Kommunikation im öffentlichen Raum. Als öffentlicher Raum kann zum Beispiel ein Forum im Internet bezeichnet werden, auf das alle Internetnutzer ohne Einschränkung Zugriff haben.5, 6

2.3 Medienkommunikation

Sie umfasst alle Kommunikationskanäle, welche auf dem technischen Gebiet angesiedelt sind. Die Medienkommunikation kann öffentlich oder privat, unmittelbar oder verzögert stattfinden.7

2.4 Multimedia

Multimedia in seiner heutigen Form integriert Fernsehen, Video, Hörfunk, Audio und Druck, wodurch es in der Lage ist, alle Vorteile der einzelnen Medien individuell abgestimmt und zeitgleich zur effektiven Informationsübertragung zu nutzen. Da sich diese einzeln integrierten Medien in beliebiger Art und Weise für verschiedenste Sachen nutzen lassen und zudem noch kabellos vernetzt einsetzbar sind, ist es nicht möglich, diesen Begriff klar zu definieren.8


Quellenverzeichnis

URL 1
Prof. Roger Blum (Institut für Medienwissenschaften in Bern)
Thema: Online-Medien: Struktur, Geschichte, Ökonomie

http://visor.unibe.ch/WS01/medienthemen/Patrick%20Moser%20Antworten.pdf

1 Miller, Gerald M./Steinberg, Mark: Between People (1995), S. 6.
2 vgl. Krotz, Friedrich: Digitalisierte Medienkommunikation (1998), S. 127.
3 vgl. URL 1: Online-Medien: Struktur, Geschichte, Ökonomie, S. 6.
4 Höflich, Joachim R.: Technisch vermittelte interpersonale Kommunikation (1994), S. 300.
5 vgl. URL 1: Online-Medien: Struktur, Geschichte, Ökonomie, S. 1.
6 vgl. ebd.
7 vgl. Maletzke, Gerhard: Psychologie der Massenkommunikation (1963), S. 24.
8 vgl. Berghaus, Margot: In: Ludes Peter: Multimedia-Kommunikation (1997), S. 73.

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