Mediendesign Leipzig

HDTV - Die Zukunft des Fernsehens in Europa

Ein Artikel von: Jenny Krick

In einigen Ländern ist HDTV oder High Definition TV bereits fest etabliert und soll sich nun auch in Europa als fester Standard durchsetzen. Die Fußball WM 2006 und einschlagende Blockbuster im Samstagabendprogramm bilden die unerschütterten Vorreiter dieses neuen Formats.

Die Idee zu High Definition Television als hochauflösendes Fernsehen ist schon einige Zeit vorhanden. Die schon begonnene technische Umsetzung ist von hohem öffentlichen Interesse.

HD-Auflösung versus PAL

Die Fernsehtechnik HDTV unterscheidet sich zu den vorherrschenden Formaten NTSC und PAL, welche mit 720 mal 480 und 720 mal 576 Bildpunkten arbeiten, durch eine zweifache bis fünffache Auflösung. Auflösungen, die für das Fernsehen verwendet werden, tragen die Bezeichnung 720p und 1080i. 720p steht für die Vollbildwiedergabe bei einer Auflösung von 1280 mal 720 Bildpunkten und 1080i für eine Halbbildwiedergabe von 1920 mal 1080 Bildpunkten.

Der Vorteil von HDTV liegt bei dieser hohen Auflösung in der hohen Farbintensität des Bildes, der Detailgenauigkeit und der Schärfe. SD-Auflösungen (PAL) sind für große Flachbildschirme nicht geeignet und stoßen bei einer Bilddiagonale von 80 cm an ihre Grenzen. HDTV hingegen passt sich effektiv an die menschliche Wahrnehmung an, da diese eher dem Panoramaformat 16:9 entspricht, als das 4:3 Format.

Die Auflösung von 1080i wird oft in den Ländern verwendet, in denen HDTV bereits öfter zum Einsatz kommt. In Europa existiert jedoch eine Empfehlung der European Broadcasting Union (EBU), welche eine Auflösung von 720p bevorzugt. 1080p ist derzeit nur für den Einsatz in Kinos vorgesehen.

Europa bildet das Schlusslicht in einer langen Kette von HDTV-Ländern wie Japan, USA, Südkorea oder Australien, obwohl ein europäisches Projekt bereits in den 80er Jahren ins Leben gerufen wurde. Durch das halbdigitale D2-MAC-Verfahren, sollte nach dem Willen der EG ein Standard mit 1250 Zeilen eingeführt werden. Da in diesem Zusammenhang jedoch ein Veto von England diesen Vormarsch hemmte, wurde diese Initiative 1992 beendet. HDTV war aufgrund dieser Erfahrung auch mit dem Auftreten des digitalen Fernsehens kein Thema.

In Japan und in den USA sah man bereits Ende des letzten Jahrtausends Möglichkeiten, die Qualität des Fernsehens zu steigern, da der Standard von NTSC dem europäischen Standard unterlegen ist. Aufgrund dieses Interesses wird eine Vielzahl an Programmen parallel zu den normalen Auflösungen auch in HDTV ausgestrahlt.

Für europäische Sender werden High-Definition-Produktionen immer interessanter, da Sie geringere Kosten verursachen als die althergebrachte 35mm-Technik. Um ihre Produktionen weltweit verkaufen zu können, produziert die BBC schon seit längerer Zeit in HD und auch in Deutschland gehört diese Technik nun zur Standardausrüstung.

ZDF und ARD konzentrieren sich momentan auf den Ausbau des digitalen Fernsehens und setzen HDTV eher zögerlich ein. Auch bei den privaten Sendern findet die Anwendung nicht die von den Kunden gewünschte Priorität. Nur 45 % der deutschen Haushalte werden nach der Studie von "Media Transmissions Infrastructures" bis 2010 digitales Fernsehen empfangen können.

Bei sportlichen Großveranstaltungen findet das neue Format jedoch gehörige Beachtung. Die Fußball WM 2006 wurde demnach komplett in HD aufgenommen und ausgestrahlt. Begünstigt werden diese hoffnungsvollen Ansätze durch die Einführung des MPEG4-Codecs, der eine hohe Qualität bei einer geringen Bandbreitenauslastung gewährleistet.

Experten gehen alles in allem davon aus, dass bei den deutschen Fernsehsendern ein großflächiger Einsatz von HDTV nicht vor 2010 in Angriff genommen wird. Jedoch stehen die Chancen sehr gut, das zukünftig der neue Standard in Europa flächendeckend realisiert wird.

Links zum Thema:

HDTV-Wissen
HDTV in der Praxis


zurück

Willkommen bei Novamedia News & Trends