HD Produktion auf Blu ray Leipzig Berlin Dresden

HD-DVD oder Blu-ray?

Markus Wohlfeld

Scheibchenweise Teil 1

Scheibchenweise – The Story of the Disc

Der Kampf der Titanen in der Klasse der portablen, optischen und kreisrunden Speichermedien!

In der einen Ecke die "Blu-ray Disc", fit gemacht von solch namhaften Coaches wie Sony, Panasonic, Pioneer, LG Electronics, Thomson, Matsushita und Philips. In der anderen Ecke, von nicht weniger berühmten Trainern wie Toshiba, NEC, Intel und IBM in den Ring geschickt, die "HD-DVD". Optisch gleichen sie sich wie Zwillinge, wie eine Scheibe der anderen. Und beide kämpfen sie mit der Kraft des blauen Lasers um die Krone. Man könnte glauben zwei Brüder stünden sich gegenüber. Zwei Brüder? Wer weiß. Jedenfalls hat nur einer von beiden den Sieg nach Hause getragen und damit die Geschichte der Zukunft schreiben. Es war ein harter, langer und zäher Kampf und die "Blu-ray Disc" hat Ihre Vormachtsstellung stark erweitert. Und deshalb blicken wir vorerst mal, selbstverständlich ohne Werbepause, zurück. Zurück zu den Wurzeln dieser Scheiben-Familie.

Als Urvater aller kreisrunden und portablen, digitalen Speichermedien darf wohl zweifelsohne die legendäre und optisch durchaus mächtig erscheinende 8-Zoll-Diskette gelten. Die rund 20 Zentimeter Durchmesser und die 400 Kilobyte Speicherkapazität dieser Spezies legten die Messlatte damals verdammt hoch. Die Computer-Welt jubelte und lag der ersten digitalen Speicherscheibe zu Füßen. Denn sie konnte eines, was die damalige Konkurrenz, das Magnetband, nicht konnte: Direkten Datenzugriff. Dank bitserieller Datenspeicherung auf in Sektoren eingeteilten Spuren. Und jeder Sektor war direkt einzeln ansteuerbar. Damit ergab sich eine wesentlich geringere Datenzugriffszeit als beim Gegner Magnetband. Sieg nach Punkten und der Beginn einer neuen Ära. Das Magnetband musste sich in Zukunft verstecken, existiert aber sogar heute noch. Allerdings gab es vom tollen neuen Medium nicht viel zu sehen, denn aufgrund äußerster Empfindlichkeit musste die recht instabile, 0,76 Millimeter starke Magnetscheibe stets von einem Luftpolster umgeben in eine flexible Vinylhülle gekleidet sein. Muskelspiele fürs Auge also Fehlanzeige. Eine Eigenschaft, die auch ihrem Nachfolger, der 5,25-Zoll-Diskette erhalten bleiben sollte, ebenso wie die Rotationsgeschwindigkeit von etwa 360 Umdrehungen pro Minute. Dafür war sie aber bald darauf auch noch beidseitig beschreibbar, was die Speicherkapazität auf atemberaubende 800 Kilobyte hochschraubte.

Auch das übernahm der nun auf zirka 13 Zentimeter, respektive 5,25 Zoll Durchmesser geschrumpfte Nachfolger gleich mit und setzte noch einen oben drauf: Durch eine bessere Beschichtung des Trägermaterials wurde die Datendichte verdoppelt. Das brachte in Verbindung mit der beidseitigen Beschreibbarkeit den Titel „High Density“ ein. Kurz, aber längst nicht so klangvoll, hieß sie dann „HD-Diskette“ und bot rein rechnerisch stolze 1,6 Megabyte, im echten Leben dann immerhin noch 1,44 Megabyte Standardkapazität zum Speichern. Aber ein Problem blieb: Die zu hohe Empfindlichkeit, vor allem gegen mechanische Beanspruchung. Die flexible Vinylhülle machte das nicht besser. Außerdem setzte eine gewisse Bequemlichkeit der Nutzer ein, man wurde des Umdrehens müde.

Damit war die Zeit reif für den Auftritt der 3,5-Zoll-Diskette. Jetzt nur noch 90 Millimeter im Durchmesser, gewohnte 1,44 Megabyte Speicherkapazität, aber einseitig zu bedienen und im schicken Hardcase mit automatisch öffnendem und schließendem Verschluss, für den Moment des Einlegens oder Entnehmens. Das war absolut topp und machte die 3,5-Zoll-HD-Diskette zum am häufigsten benutzten Datenträger der 90er Jahre. Allerdings spornt Erfolg natürlich immer an. So entstanden Sonderformen, wie die in ihrer Konstruktion sehr ähnliche 2-Zoll-Diskette, zur hauptsächlichen Verwendung in tragbaren Kleinstrechnern, oder die 3,5-Zoll-ED-Diskette, die mittels extra hoher Speicherdichte bis zu 2,8 Megabyte aufnahm. Die ehemals für Floptical-Diskettenlaufwerke produzierten 3,5-Zoll-Disketten boten gar eine Speicherkapazität von 20 Megabytes, die von Sony und Fuji Ende der 90er entwickelte und mit einer extrem dünnen Metallbeschichtung versehene „High Capacity Floppy Disc“, kurz „HiFD“, gar unglaubliche 200!

Einen weiteren, sehr speziellen Diskettentyp stellen die ZIP-Disketten dar. Anfangs mit stolzen 100 Megabyte Speicherkapazität und ungefähr dreimal so dick wie eine klassische 3,5-Zoll-HD-Floppy, gehören sie heute in der Grafikbranche mit bis zu 250 Megabyte beschreibbarem Platz noch immer zu den gern genutzten, weil einfach und schnell zu verwendenden Datenträgern.
Allen bis hier genannten Vorfahren von Blu-ray Disc und HD-DVD sind drei Dinge gemeinsam: Sie sind wiederbeschreibbar, nutzen Magnetismus zur Datenspeicherung und sie sehen in ihren Hüllen einfach nicht nach Scheibe aus. Doch das sollte sich ändern. Aber dazu mehr im nächsten Teil dieser Story – „Scheibchenweise – The Revolution of the Disc“.

Quellen:

http://www.hd-dvd.com/ HD-DVD-Homepage
http://www.blu-ray.com/ Offizielle Blu-ray-Website (engl.)
http://www.dvddemystifiziert.de/dvdfaq.html#3.13 DVD Demystifiziert / Häufig gestellte Fragen zur DVD
http://de.wikipedia.org/wiki/Hauptseite Wikipedia – die freie Enzyklopädie



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