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HD-DVD oder Blu-ray?

Markus Wohlfeld

Scheibchenweise Teil 2

Scheibchenweise – The Revolution of the Disc

Drei Dinge sind den Ur-Vorfahren von Blu-ray Disc und HD-DVD, den Disketten in all ihren Formen, gemeinsam: ...

Sie sind wiederbeschreibbar, nutzen Magnetismus zur Datenspeicherung und sie sehen in ihren Hüllen einfach nicht nach Scheibe aus. Diese Phalanx brach der erste der verlorenen Söhne Ende der 80er Jahre – die CD-ROM. Und riss damit kurz und schmerzlos die Krone an sich. Der Siegeszug der optischen Speicher hatte begonnen.
„Laser“ war das Schlagwort und die Schlüsseltechnologie der CD-Technik. Die Theorie der Lichtverstärkung, bereits 1917 von Albert Einstein aufgestellt, beflügelte 1960 in Californien den Physiker Ted Mainman, zum ersten Mal auf der Welt Lichtwellen mit einer Wellenlänge von weniger als einem zehntausendstel Millimeter zu erzeugen – der Laser, die „Light Amplification by Stimulated Emmission of Radiation“, war geboren.

So war Ende der 80er die CD-ROM, unverkennbarer Abkömmling der fast 10 Jahre zuvor entwickelten Audio-CD, bereits in ihrer ersten Version nicht nur ungemein muskulös mit 680 Megabyte Speicherplatz, nein, obendrein bei 12 Zentimetern Durchmesser und gerade mal 1,2 Millimetern Dicke auch noch bestechend gut gebaut und dabei so wunderbar freizügig! Jeder durfte ihn ab jetzt sehen und bewundern, diesen faszinierenden Glanz der Spektralfarben, und wer wollte sogar anfassen, ohne dass die „Compact Disc“ davon Schaden nahm, saubere Hände vorausgesetzt. Mit den Jahren entstand daraus eine neue Familie der bunt schillernden Digital-Scheiben, von der ursprünglichen CD-DA (Digital Audio), über die CD-ROM (Read Only Memory), die einmalig beschreibbare CD-R (Recordable) bis hin zur tausendfach wiederbeschreibbaren CD-RW (Re-Writable). Alle Familienmitglieder boten kurz darauf bis zu 700 optisch angesteuerte Megabyte Platz, entweder zum Daten schreiben oder für 80 volle Minuten glasklaren Musikgenuss.

Lieferten die ersten CDs bei einfacher Lesegeschwindigkeit, und das sind 210 bis 539 Umdrehungen pro Minute, noch eine Datenrate von 150 Kilobyte pro Sekunde, so bringen es heute die Besten unter ihnen auf über 8 Megabyte in der selben Zeit! Das Laserlicht wird dabei in bis zu sieben Strahlen aufgespalten und die Rotationsgeschwindigkeit erreicht Spitzenwerte von mehr als 29000 Umdrehungen in einer Minute! Ein maßgeblicher Unterschied der CDs gegenüber ihren Vorgängern ist nämlich, abgesehen von ihrer starren Form, die variable Umdrehungsgeschwindigkeit. Dieses CLV-Verfahren („Constant Linear Velocity“) genannte Prinzip erlaubt, dass mehr Informationen auf den äußeren Tracks gespeichert werden können. Die Spur verläuft jetzt spiralförmig von innen nach außen, wobei die Zugriffszeit mit nur 150 Millisekunden auf den äußeren Tracks dreimal so hoch ist, wie auf den inneren.

Doch das Bessere ist bekanntlich der Feind des Guten. Und irgendwann steht das Bessere dann auf der Matte, fordert das Gute heraus und siegt. Und das Bessere hieß 1995 zuerst „Digital Video Disc“, dann „Digital Versatile Disc“; jedenfalls kurz und knackig, einfach DVD. Satz und Sieg. Und heutzutage jedem ein Begriff. Optisch ihrem Vorgänger zum Verwechseln ähnlich, punktete die Neue in ihrer fettesten Variante mit brachialen 18,8 Gigabyte. Das ist ungefähr das 27fache einer CD.

Erreicht wird das unter anderem durch die Verwendung eines roten, statt eines infraroten Lasers, was es erlaubt die Spuren mehr als doppelt so eng abzulegen, und außerdem kann jetzt auf zwei Ebenen, so genannten Layers, pro Seite geschrieben werden. Und auf nur einen Layer passen demnach bereits stolze 4,7 Gigabyte.
Natürlich war sie viel teurer, aber das Neue reizt ja bekanntlich ohne Ende. So sollte sie dann auch bald in beschreib- und wiederbeschreibbaren Versionen folgen. Das allerdings klappte nicht so, wie es sollte. Statt 18,8 Gigabyte gab’s lange Jahre nur 4,7 davon zum Selbermachen. Und dazu noch in zwei verschiedenen Konfigurationen: plus und minus R oder RW, was anfangs durchaus ein Problem darstellte, da die früheren DVD-Brenner meist nur entweder oder konnten. Nach einiger Zeit etablierten sich dann rasch die erwarteten Multinorm-Geräte. Kurz darauf, vor gut zwei Jahren, waren dann auch Dual-Layer-Brenner und die dazu nötigen und bis heute nicht ganz billigen Rohlinge mit 9,4 Gigabyte Kapazität für den Consumer-Bereich zu erhalten.
Aber kaum ist sie da, wo sie schon lange hätte sein sollen, wird kräftig an ihrem Thron gerüttelt: Die Ablösung der DVD ist in vollem Gange. Die Frage ist nur, welchem der beiden Superhelden sie sich ehrfürchtig beugen musste, „Blu-ray Disc“ oder „HD-DVD“? Doch das gibt’s erst im nächsten und letzten Teil dieser Story zu lesen – „Scheibchenweise – Ring frei: Blu-ray Disc vs. HD-DVD!“

Quellen:

http://www.hd-dvd.com/ HD-DVD-Homepage
http://www.blu-ray.com/ Offizielle Blu-ray-Website (engl.)
http://www.dvddemystifiziert.de/dvdfaq.html#3.13 DVD Demystifiziert
http://de.wikipedia.org/wiki/Hauptseite Wikipedia – die freie Enzyklopädie



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